Buchfaltkunst lernen

Buchfalten: die Anleitung

Beim Buchfalten (englisch: book folding oder 3D book art) faltest du die Seiten eines Buchs so, dass ein Wort, ein Name oder eine Form aus dem Buchblock heraustritt. Du brauchst nur ein altes Buch, ein Lineal, einen Bleistift und eine Vorlage.

Das richtige Buch

Am besten eignet sich ein gebundenes Buch mit festem Einband und gleichmäßigem, nicht zu dünnem Papier. Taschenbücher fallen leicht auseinander, Hochglanzpapier bricht an den Knicken. Für ein kurzes Wort sind 300 bis 400 Seiten ein guter Anfang. Als Faustregel braucht ein Buchstabe 50 bis 80 Blätter.

Wichtig für die Vorlage sind drei Werte: die Höhe des Blatts von Kante zu Kante, die erste und die letzte Seitenzahl, die du falten möchtest. Gezählt werden nur ungerade Seiten, denn ein Blatt hat zwei Seiten.

Die Techniken

Nur falten (MMF): ein Bereich je Blatt
Schneiden & Falten: Löcher bleiben sichtbar
Versenkt: Motiv liegt im Rahmen

Nur falten: Messen-Markieren-Falten (MMF)

Die klassische Technik ohne Schere. Jedes Blatt bekommt genau eine Faltung: Du markierst zwei Punkte an der Blattkante und faltest die obere und die untere Ecke schräg nach innen. Was zwischen den Marken liegt, bleibt stehen. MMF ist schnell und lässt sich rückgängig machen.

Hat ein Buchstabe an einer Stelle zwei Teile, etwa das „O“ oben und unten, wechseln sich die Blätter ab: ein Blatt zeigt den oberen Teil, das nächste den unteren. So bleiben auch Löcher erkennbar, das Motiv wirkt dort etwas lichter.

Schneiden & Falten (Cut & Fold)

Für mehr Details hat ein Blatt mehrere stehende Bereiche. Die äußeren Marken faltest du wie bei MMF als Ecken nach innen. An den inneren Marken schneidest du waagrecht in die Blattkante ein, und zwar direkt auf der Marke, nicht in der Mitte der Lücke. So entstehen Abschnitte, die du abwechselnd stehen lässt und nach innen faltest. Der Schnitt muss tiefer gehen als die gefalteten Ecken, üblich sind etwa 2 cm. Buchknick markiert diese Schnitte rot und zeigt am Tablet genau, wie tief du schneidest.

Erhaben oder versenkt

Erhaben ist der Standard: Das Motiv steht aus dem Buch heraus, alles andere ist eingefaltet. Bei versenkt (englisch: sunk in oder inverted) ist es umgekehrt. Das Motiv wird eingefaltet und liegt vertieft in einem stehenden Rahmen. Dafür werden auch Anfang und Ende des Bereichs gefaltet, damit der Rahmen seitlich abschließt. Versenkte Motive brauchen Schneiden & Falten.

Schritt für Schritt

  1. Text oder Bild im Editor eingeben, Buchhöhe und Seitenbereich eintragen.
  2. Technik wählen: Nur falten oder Schneiden & Falten, bei Schneiden & Falten erhaben oder versenkt.
  3. Vorlage als PDF in tatsächlicher Größe (100 %) drucken und mit der 10-cm-Prüfstrecke nachmessen. Oder „Falten“ antippen und das Tablet als Schablone nehmen.
  4. Blatt mit der Seitenzahl aufschlagen, die Zeile an die Blattkante legen, Oberkante bündig, und die Marken setzen.
  5. Ecken nach innen falten, bei Schneiden & Falten zuerst an den roten Linien einschneiden. Dann zwei Seitenzahlen weiter.

Welche Schrift eignet sich?

Kräftige, breite Schriften wirken im gefalteten Buch am besten, weil jede Linie mehrere Blätter breit wird. Sehr feine Schriften und dünne Schreibschriften verlieren Details. Im Editor findest du zehn geprüfte Schriften, von „Kräftig“ und „Schmal, hoch“ bis zu „Schreibschrift, kräftig“. Jede Kachel zeigt eine Probe deines eigenen Texts.

Aufstellen: wie weit aufschlagen?

Ein gefaltetes Buch steht meist zwischen 90° und 180° geöffnet. Bei 90° rücken die Blätter am Rand eng zusammen und das Motiv wirkt schmaler, bei 120° bis 180° breiter und flacher. In der Vorschau des Editors kannst du zwischen „Flach“, „120°“ und „90°“ umschalten und vorher sehen, wie es im Regal wirkt.